Erfolgreich... 

...sind Schülerinnen und Schüler, denen es gelingt, ein selbstbestimmtes, glückliches und verantwortungsbewusstes Leben zu gestalten. Wichtiger als materieller Erfolg und öffentliche Aufmerksamkeit ist es uns, dass sie fürsorgliche Eltern, liebevolle Mitmenschen und wache, hilfsbereite, couragierte Mitbürger sind und unsere Ausbildung ihnen ermöglicht, einen befriedigenden Beruf zu finden und auszuüben.
Berühmtheit hat aber den Vorteil, dass wir etwas über diese Ehemaligen erfahren. Wenn Sie über andere ehemalige Schüler - oder sich selbst - mehr wissen, schreiben Sie uns doch bitte! --> gerhard.wansleben@schloss-gymnasium.de

Wir freuen uns, dass der berühmte Filmregisseur

  Wim Wenders 

sich anlässlich einer Preisverleihung noch an seine alte Schule erinnert, sind aber weit davon entfernt seine künstlerische Lebensleistung als schulischen Erfolg zu deuten.


--> Wikipedia zu Wim Wenders

Der ehemalige Schloß-Schüler Wim Wenders bekam in
Düsseldorf den Helmut-Käutner-Preis

Bei einer launigen Feierstunde im Rathaus wurde dem geborenen Düsseldorfer Filmregisseur Wim Wenders (zum Zeitpunkt der Preisverleihung 58 Jahre alt) von Oberbürgermeister Joachim Erwin der Helmut-Käutner-Preis der Landeshauptstadt überreicht. Die Auszeichnung, mit nunmehr 8000 Euro dotiert, wurde erstmals 1982 vergeben und erinnert an den ebenfalls in Düsseldorf geborenen Filmregisseur Käutner (1908-1980). In seiner Dankrede meint Wim Wenders, wie Käutner sei auch er Vielreisender und eigentlich „heimatlos“. Was ihn nicht davon abhielt, plastisch von seiner Kindheit zwischen den Bombentrümmern seiner Geburtsstadt Düsseldorf und den Rheinwie­sen zu berichten, vom Schwimmen des Vaters - das Kind geschultert - im Strom und seinem Fast-Ersäufnis. Da war noch viel Erinnerung; das Benrather Schloß-Gymnasium etwa im linken Flügel; das Schlittschuhlaufen auf zugefrorenen Rheinwiesen. Der Rhein, ja, das sei wohl am ehesten noch ein Stück Heimat; „im Lauf der Zeit“..."


Karteikarte "Ernst Wilhelm Wenders" des Schloß-Gymnasiums

 

 

Wir freuen uns, wenn unsere Schule vielleicht einer wissenschaftlichen
Laufbahn förderlich war. Dies ist vermutlich der Fall bei der Molekularbiologin

  Dr. Christine Steinhoff 

Sie ist ursprünglich Mathematikerin mit dem Nebenfach Molekularbiologie, machte ihr Nebenfach zum Hauptfach, habilitierte am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik und arbeitet für die Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages "als Mittlerin zwischen Wissenschaft und Politik".

BLICKPUNKT BUNDESTAG schreibt: "Sie übersetzt und erklärt die kompliziertesten Angelegenheiten. Wer für die Wissenschaftlichen Dienste arbeitet, forscht nicht mehr, sondern ist Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik, Vermittler oder Vermittlerin nach beiden Seiten. „Das ist erst einmal ein Abschied aus der Forschung, aber die Kombination von Politik und Wissenschaft schien mir sehr reizvoll. Und das ist es auch.”  Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages sind dafür da, riesige Mengen an Informationen und Erkenntnissen für die parlamentarische Arbeit zu systematisieren und handhabbar zu machen. Für Beurteilungen und politische Entscheidungen ist das unabdingbar. Kein Abgeordnetenbüro schafft das allein. Alle Parlamentarier müssen sich auf die politisch neutrale und in der Sache immer kompetente Hilfe der Wissenschaftlichen Dienste verlassen und tun dies auch. Christine Steinhoff gefällt diese Arbeit, mit der Grundlagen und Voraussetzungen für Entscheidungen geschaffen werden. Ihr gefallen die Themen, bei denen ihr Wissen und ihre Kompetenz gefragt sind: Stammzellenforschung, Vogelgrippe, grüne Gentechnik, Entwicklung der Forschungslandschaft.  Angefangen hat die gebürtige Rheinländerin mit einem Diplomstudium der Mathematik in Düsseldorf. Als Nebenfach wählte Christine Steinhoff damals die Molekularbiologie. 1992 war das noch eine eher ungewöhnliche Kombination. Die Studentin ging für ein Jahr nach Oxford und entschied sich, ihr Nebenfach zum Hauptfach zu machen. „Molekularbiologie versucht, biologische Phänomene zu erklären, indem sie auf die Erbsubstanz zurückgeht”, beschreibt Christine Steinhoff mit einfachen Worten.

Ihre Diplomarbeit allerdings befasste sich mit der „Klassifikation und Degeneration von Lie-Algebren”. Da geht es um Vektorräume und die Möglichkeit, einen Vektorraum in einen anderen zu überführen. Für die Quantenphysik hat das große Bedeutung. Für den Laien ist es — nun ja — eher eine theoretische Frage.  1997 war Christine Steinhoff mit dem Studium fertig und wollte „angewandter werden”, wie sie sagt. Das humane Genom war noch nicht durchsequenziert, das wurde erst vier Jahre später veröffentlicht. Aber Genetik war natürlich schon lange ein spannendes und wichtiges Forschungsfeld.  Die Wissenschaftlerin ging in die Krebsforschung, um dort ihre Doktorarbeit zu schreiben. Dafür machte sie sich auf die Suche nach Lichtschaltern. Sagt sie. „Man möchte die Lichtschalter finden, die in Krebszellen angeschaltet sind und in gesunden Zellen nicht. Findet man die und findet man dazu ein intaktes ‚Selbstmordgen’, verknüpft den Schalter mit dem Gen, geht der Schalter an und die Krebszelle stirbt.” Solche Schalter, die Promotoren genannt werden, hat Christine Steinhoff gesucht. Aber so klingt es auch sehr einfach. „In Krebszellen funktioniert dieses Selbstmordgen p53 nicht. Deshalb habe ich in der Petrischale versucht, das Selbstmordgen in Krebszellen zu bringen. In der Petrischale funktioniert das wunderbar ...” Die Pause, die Christine Steinhoff macht, spricht Bände. Die Petrischale, denkt man, ist ja nicht das Leben. Und offensichtlich ist der Weg noch weit von einem zum anderen. 

2001 promovierte Christine Steinhoff, ihre Fachkombination war noch immer eine eher ungewöhnliche und gefragte Profession. Angebote kamen einige, aber am besten klang das vom Max-Planck-Institut für molekulare Genetik. Hier baute Professor Martin Vingron gerade eine neue Abteilung auf, hier waren die Bedingungen zum Forschen und Arbeiten hervorragend. Christine Steinhoff nahm an. Die Zusammenarbeit klappte und jetzt hat Martin Vingron der Wissenschaftlerin die Möglichkeit eröffnet, wieder in seiner Abteilung zu forschen. Das sei, sagt Christine Steinhoff, ein großes Entgegenkommen und mache sie stolz, weil darin auch Wertschätzung läge.  Den Entschluss, an das Max-Planck-Institut zu gehen, hat sie also zu keinem Zeitpunkt bereut. Die Arbeit machte Spaß, sie war anspruchsvoll und interessant. Aber Wissenschaftler sollten, sagt die Frau, immer wieder etwas Neues machen. Nur keine eingefahrenen Gleise, Forschung braucht Vielfalt und unabhängige Geister.  Der Neugier folgend fragt man am Ende des Gespräches noch nach musikalischen Interessen. Christine Steinhoff spielt Geige und bestätigt damit zwei positive Vorurteile. Das eine heißt: Wissenschaftler sind meist verspielte Menschen. Das andere: Zur mathematischen gesellt sich oft die musikalische Intelligenz.  Die Vogelgrippe wird wieder im Regal verstaut. Christine Steinhoff wendet sich erneut dem Ableseverhalten von Genen zu und versucht, wie sie scherzhaft sagt, herauszufinden, was die Zelle im Innersten zusammenhält. Man hat nach diesem Gespräch das Gefühl, es könnte ganz wichtig für das eigene Leben sein. Das Ableseverhalten von Genen. Besser, man vergisst es nicht." (Kathrin Gerlof)

 

 

Die Deutsche Forschungsgesellschaft verleiht unserer ehemaligen
Schülerin Prof. Dr. Natalija Novak den Leibnitz-Preis 2005

  Prof. Dr. Natalija Novak

Natalja Novak interessiert, was Allergien auslöst und wie Therapien für Betroffene verbessert werden können. Im Forschungslabor der Bonner Poliklinik für Dermatologie konnte sie nachweisen, wie ein bestimmter Rezeptor dem Körper das entscheidende Signal gibt, überempfindlich zu reagieren. Dringen zum Beispiel Pollen in den Körper eines Allergikers ein, bildet sich sofort eine Vielzahl von Antikörpern.  Doch erst die so genannten IgE-Rezeptoren verbinden Antikörper und reaktionsbereite Zellen und geben das Signal für Juckreiz, Niesen und vieles mehr. Mit ihren Arbeiten konnte die Nachwuchswissenschaftlerin mit österreichisch-kroatischer Staatsangehörigkeit nicht nur wesentlich zur Allergieforschung beitragen, sondern auch einen Anwendungsbezug herstellen. Seit 2003 ist Natalija Novak Oberärztin im Team von Prof. Thomas Bieber. Ihr derzeitiges Forschungsprojekt über Hauterkrankungen wird von der DFG gefördert. Darüber hinaus leitet sie ein Teilprojekt der DFG-Forschergruppe "Genetik komplexer Erkrankungen", das sich mit der Genetik zur Neurodermitis beschäftigt.  

Prof. Dr. med. Natalija Novak ist aktuell leitende Oberärztin der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie in Bonn.