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Menschwerdung zum Anfassen

Auf einer groß angelegten Bioexkursion erkundeten die 10ten Klassen die Evolution des Menschen

Evolution ist kein geradliniger Prozess und die Erforschung der menschlichen Entwicklungslinie ist alles andere als trivial. Im Neanderthal Museum blieb das für die Schülerinnen und Schüler kein abstraktes Wissen, sondern wurde zum Erlebnis.

Neben den eindrücklichen lebensechten Rekonstruktionen des Neandertalers, des Homo sapiens sapiens und natürlich von Lucy, dem berühmten Repräsentanten des Australopithecus afarensis wurden in der Führung durch die Ausstellung auch die Exponate zu den Nebenlinien thematisiert. Dabei erfuhren die Schülerinnen und Schüler viele Details, etwa dass die extrem starke Kaumuskulatur des Paranthropus ihren Halt an dem markant wie ein Irokesenschnitt aufragenden Scheitelkamm fand.

Zur Exkursion gehörte aber nicht nur der Besuch der gut aufbereiteten und aspektreichen Ausstellung, sondern mit einem Workshop auch das vergleichende forschende Arbeiten an Repliken verschiedener homininer und tierischer Fossilien. In fünf verschiedenen Stationen beschäftigten sich die Schüler und Schülerinnen dabei mit verschiedenen Skelettfragmenten und untersuchten u.a. die mit der Herausbildung des aufrechten Ganges einhergehenden Veränderungen, die Umgestaltungen des Gebisses und der Füße. Besonders durch diese Auseinandersetzungen wurde für die Schülerinnen und Schüler deutlich, dass aus den oft nur fragmentarischen und beschädigten Fundstücken, die zudem von jungen, alten, gesunden und kranken Vertretern unserer Ahnenreihe stammen können, keine einfachen Rückschlüsse auf unsere Evolutionsgeschichte zu gewinnen sind.

Differenzierte Sichtweisen ergaben sich auch mit Blick auf die kulturelle Evolution. Einer allzu schlichten Vorstellung vom technischen Fortschritt wirkte beispielsweise die Information entgegen, dass die Menschen der Steinzeit mit Klingen aus Obsidian bereits über Werkzeuge sehr hoher Qualität verfügten und Obsidianklingen auch heute wieder in der Chirurgie eingesetzt werden.

Ebenso lehrreich war der Gang durch Geschlechterverhältnisse: Dass vor der neolithischen Revolution auch Frauen auf Großwildjagd gingen, wie entsprechende Jagdverletzungen an weiblichen Skeletten belegen, sorgte bei einigen Schülern und Schülerinnen für Erstaunen.

Die von Sabine Martini und Sebastian Mohr organisierte Exkursion fand bei bestem Wetter statt. Das zog nicht nur einen entspannten Spaziergang zum und Blick vom Aussichtsturm bei der Fundstelle nach sich, sondern motivierte schon vorher einige besonders sportliche Schüler der 10a, die 12 km ihres Hinwegs joggend zurückzulegen. (CKE)

Der Wald in der Dose

Die Ausstellung „Mythos Wald“ ist der dritte Teil einer Trilogie, welche unsere Erde und ihre Lebensräume zeigt, erklärt und ihre Zerbrechlichkeit beschreibt. Die 8b besuchte die Ausstellung im Rahmen einer Bio-Exkursion.

Eine Reportage des Autorenteams Till B., Musab und Philipp feat. CKE

Alles wird dunkler und leiser, als wir das eiserne Monstrum betreten.  Es ist eine andere Atmosphäre als draußen. Eine Vielzahl von einzeln ausgeleuchteten Ausstellungsstücken zeigen sich uns in der Dunkelheit des großen Raumes. Doch eines sticht heraus: Ein mächtiges Skelett, welches uns am Beginn des Rundgangs anstarrt. Das Skelett stammt von einem eiszeitlichen Säugetier, einem Mitglied der Hirschfamilie, wie sich an seinem imposanten Geweih direkt vermuten lässt. Angesichts seiner Größe wirkt sein Name Riesenhirsch mehr als berechtigt.

Das eiserne Monstrum, in dem wir uns nun bewegen – ein gigantisches dunkelgraues Fass aus Stahl –, gehört in eine vergleichbare Klasse wie der Hirsch: es handelt sich um Europas größten Scheibengasometer. 118 Meter ragt er in die Höhe und misst ca. 68 Meter im Durchmesser. 1929 wurde er in Betrieb genommen und dient nach einem Umbau seit 1994 als Ausstellungshalle.

Die von unserer Klassenlehrerin Frau Marquardt organisierte Bio-Exkursion, die uns heute am 29.4. nach Oberhausen geführt hat, bietet uns mit der Ausstellung „Mythos Wald“ nicht nur Einblicke in die verschiedenen Ausprägungen dieses Ökosystems weltweit, sondern durch das Gebäude auch ein Stück Industriegeschichte.

Dass in der riesigen Blechdose einmal Gichtgase – ein Abfallprodukt der umliegenden Stahlindustrie – und später energetisch höherwertiger Koksgase der Kokerei Osterfeld gespeichert wurde, können wir uns erstmal nicht richtig vorstellen. Das ändert sich aber mit den Erklärungen unseres Guides Nils Kloth: Er erzählt uns, dass die über uns befestigte Gasdruckscheibe, die heute als erste Etage des Ausstellungsgebäudes dient, mit ihrem Gesamtgewicht von nicht weniger als 1207 Tonnen auf dem von unten in den Gasometer eingeleiteten Gas schwamm und so den Druck zu seiner Weiterleitung erzeugte.

Im Erdgeschoss und auf der ersten Etage schlängelt sich unser Weg vorbei an beeindruckenden großformatigen Fotoarbeiten und Vitrinen mit ausgestopften Tieren. Auf einem Foto zieht sich ein Gewirr von gelben Linien durch das Unterholz – die Langzeitbelichtung der Flugwege von Leuchtkäfern fasziniert uns. Mit dem Kugelspringer lernen wir einen besonderen Akrobaten des Waldes kennen – er ist zwar nur 1,8 mm groß, erreicht bei seinen Sprüngen aber das 60fache seiner Körpergröße und vollführt dabei bis zu maximal unglaubliche 368 Rückwärtssaltos pro Sekunde!

Während es im Untergeschoss hauptsächlich um europäische Wälder geht, betreten wir mit der ersten Etage die Wälder Afrikas und Amazoniens. Auch hier überraschen die gezeigten Waldbewohner – etwa die Aufnahme eines farbenprächtigen Tukans oder eines rosafarbenen Wald-Delfins. Nils Kloth führt uns hier aber vor allem zu den Aufnahmen, die Gefährdungen der einmaligen Ökosysteme durch uns Menschen zeigen: Eine riesige in den Urwald Yucatáns geschlagene Schneise, auf der eine Bahnstrecke entstehen soll; Terrassen einer gerade abgeholzten Ölpalmenmonokultur, auf denen eine Elefantenfamilie herumirrt; ein getöteter Berggorilla, den Kriminelle zur Einschüchterung der Behörden erschossen haben, damit diese die Ermittlungen zu illegalen Rodungen einstellen. Die Ausführungen von Nils Kloth zu diesen Themen sind bedrückend, aber er legt auch ein paar passende Verhaltensweisen nahe: Auf Palmölprodukte sollte man besser verzichten und ebenfalls auf Holzkohle aus dem tropischen Regenwald – auch wenn die Hersteller mit verschiedenen Kennzeichnungstricks versuchen, die Zusammensetzung und die Herkunft ihrer Produkte zu verschleiern.

Staunenswert schön wird es auf der zweiten Etage des Gasometers: Ungläubig steigen wir die schmale Treppe hinauf, denn über uns hebt sich ein übergroßer Lichtbaum in die Höhe. Fraglos das Highlight der Schau: Die eigens für die Ausstellung geschaffene Indoor-Lichtinstallation „Der Baum“ wächst 35 Meter hoch in den dunklen Raum des Gasometers. Das Kunstwerk gibt den Blick frei auf die Prozesse am und im Baum während eines Jahreslaufes. Zehn Kapitel zeigt die Lichtskulptur mit spektakulären Animationen: Erwachen, Wasseraufnahme, Aufblühen, Nähr- und Botenstoffe, Sonnenblinzeln, Regen, goldener Herbst, Winternacht, Blitz und Traumzeit. Die Sitzsäcke unter dem Kunstwerk laden dazu ein – unterstützt von der zur Installation gehörenden Musik -, sich in den Baum hineinzuträumen.

Und mit noch einer weiteren Attraktion wartet die Ausstellung auf: Mit dem Fahrstuhl geht es hinauf und der eben noch überragend große erscheinende Baum kommt erst auf Augenhöhe und schrumpft dann spektakulär unter einem zusammen, weil 35 Meter dann doch wenig sind in einer 181 Meter hohen Stahltonne. Oben angekommen bietet sich vom Dach des Gasometers ein weit in die Ferne reichender Rundblick.

Einladung zum Vortrag – 24.04.2026 / 18.00 Uhr

Watch that scene, gibbon the dancing queen

Öffentlicher Vortrag am Schloß-Gymnasium am 24.04.26, 18.00 Uhr

Gibbons, die kleinen Menschenaffen aus Südostasien, zählen zu den beeindruckendsten Kommunikationstalenten im Tierreich – und dennoch stehen sie selten im Fokus von Forschung und Öffentlichkeit. Dabei haben neuere Studien gezeigt: Diese Primaten können nicht nur kunstvoll singen, sondern bewegen sich auch rhythmisch – sie „tanzen“. Doch wie genau funktioniert diese außergewöhnliche Form der Verständigung, und warum hat sie sich entwickelt?

Diesen spannenden Fragen widmet sich der Vortrag des Zoologen Dr. Kai Caspar, der Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse und die verblüffenden Fähigkeiten dieser Tiere gibt.

Der Vortrag richtet sich an alle Interessierten – ein Abend für alle, die neugierig auf die Geheimnisse der Tierwelt sind.

Frühling lässt sein blaues Band…

Frühblüher im Schlosspark

Bei strahlendem Sonnenschein machte sich die 8b am 18. März auf den Weg in den englischen Garten des Schlossparks. Perfekte Bedingungen – Frühblüher zeigen sich genau jetzt und diese Pracht ist leider nur von kurzer Dauer.

Ausgerüstet mit einer Karte und schwarz-weiß Abbildungen ging es zuerst auf Entdeckungstour: Acht verschiedene Pflanzen (darunter Veilchen und Blaustern) mussten gefunden werden und dank genauer Standortangaben wurde aus dem Spaziergang eine kleine „Schatzsuche“.

Schließlich wurde in 3er-Teams jeweils eine Art genauer unter die Lupe genommen. Mit Hilfe von Zusatzinfos mussten Fragen zu den Pflanzen beantwortet werden – von Besonderheiten bis zu Lebensraum und Aussehen.

Als Gemeinsamkeit der Frühblüher wurde erkannt, dass sie alle Speicherorgane besitzen. So können sie früh im Jahr Blüten und Früchte bilden, bevor die Bäume Blätter tragen.

Und als Fazit der kleinen Exkursion war sich die 8b einig:

Lernen macht so doppelt Spaß. ☀️🌷🌱🔍📄✏️

MINECRAFT MEETS REALITY

Spielerische Waldexkursion

Alles ist Ressource im Spiel Minecraft – auch Bäume. Ihr Holz kann man zum Bauen verwenden und wer will, kann sich selbst Eichen und Fichten für seine Zwecke anpflanzen in der Minecraft-Welt.

Auch in der Realität nutzen wir den Wald als Rohstoffquelle, aber im realen Wald gibt es mehr zu entdecken, mehr zu erleben und viel mehr zu verstehen. Denn anders als in der rechteckig-grobpixeligen Minecraft-Welt, in der es nur sieben willkürlich zusammengestellte Baumarten gibt, stellt der reale Wald ein höchst komplexes organisches Gefüge dar.

Auf der von Kathrin Marquardt für die 8b organisierten Exkursion in den Benrather Forst konnten die Schülerinnen und Schüler den artenreichen Lebensraum Wald auf spielerische Weise erkunden. Mit Tablets, Lupen und Bestimmungsbögen ausgestattet sammelten sie Punkte in einer dafür mit der App Biparcours erstellen Rallye. Im Zentrum stand dabei die Klassifizierung und Identifizierung von Baumarten anhand ihrer Blattformen, Früchte und Rinden.

Worin unterscheiden sich Berg-, Spitz- und Feldahorn? Wie kann ich erkennen, dass es sich bei einem Nadelbaum um eine Fichte und nicht um eine Tanne handelt? Wodurch entsteht die auffällige Rindenoptik bei Platanen? Und wie schwer sind die Hölzer verschiedener Bäume? Bei der Klärung dieser Fragen konnte die Minecraft-Welt natürlich nicht weiterhelfen, einen Vorteil hatten die Gamer dann aber doch bei der Bestimmung der Birke – ihre markante Rinde bildet selbst das Spiel wiedererkennbar ab.

Durch die Entdeckung einer großen ockerbraunen Erdkröte und einen in der Becherlupe eingefangenen jungen Grasfrosch – dem gleich der Name Heinrich verpasst wurde – sowie durch einen großen Waldameisenbau am Wegesrand kam auch ein kleiner Ausschnitt der Tierwelt in den Blick.

Abgerundet wurde die Waldexkursion durch sportliche Aktivitäten im Waldklassenzimmer und auf dem Waldspielplatz.

Schloß-Bat-Night

Am Freitag, den 5. September veranstaltete das Schloß-Gymnasium die erste Schloß-Bat-Night. Die Schüler:innen Jacob, Katarina, Jannis, Pauline und Stella aus dem Biochemie-Kurs der 10. Klassen stellten dabei spannende Fakten aus dem Leben der heimischen Fledermäuse vor.

Zu Beginn war Katarina noch sehr aufgeregt, da deutlich mehr Besucher:innen erschienen waren als erwartet – neben Grundschulkindern (einige sogar aus einer Fledermausklasse 🦇) und Schüler:innen der fünften und sechsten Klassen mit ihren Eltern kamen auch einige Jugendliche. Im Nachhinein überwog aber die Freude. Besonders die Kinder stellten tolle Fragen, so dass es den Zehntklässler:innen richtig Spaß machte, ihr Wissen aus dem Unterricht weiterzugeben.

Die ersten Fledermäuse ließen sich allerdings erst nach 20 Uhr blicken. Zum Glück wusste eine Mutter von einem Waldkauz, der gut sichtbar in der Höhle einer Platane saß und das Publikum so lange faszinierte, bis es nach Sonnenuntergang endlich losging.

Zunächst waren die Fledermäuse noch mit bloßem Auge zu erkennen, doch mit zunehmender Dunkelheit half nur noch der Bat-Detektor. Auf dem Weg durch den Park sah man sie hoch oben zwischen den Baumkronen huschen – vermutlich balzende Tiere, denn die Paarungszeit beginnt im Herbst. Dabei bewahren die Weibchen die Spermien bis zum Frühjahr auf und die Befruchtung erfolgt erst nach dem Winterschlaf.

Am Spiegelweiher angekommen, war es bereits stockdunkel. Der Bat-Detektor überschlug sich fast vor Aktivität, und mit einer Taschenlampe konnten die Teilnehmenden Wasserfledermäuse beim Jagen über der Wasseroberfläche beobachten.

Um 21 Uhr endete ein abwechslungsreicher Abend, den alle Beteiligten begeistert verließen – mit dem Klackern der Fledermausrufe noch im Ohr.

Fotos des Waldkauz von A. & M. Treml